Unterwasserrugby
Schnell, körperbetont und dreidimensional
Was ist Unterwasserrugby?
Unterwasserrugby ist ein Teamsport, der vollständig unter der Wasseroberfläche stattfindet.
Die Spielzeit beträgt in der Regel 2 x 15 min. Zwei Teams – einheitlich durch weiße oder blaue Badehosen und Hauben gekennzeichnet – treten gegeneinander an. Gespielt wird mit Maske, Schnorchel und Flossen. Jeweils sechs Spieler:innen befinden sich gleichzeitig im Wasser und versuchen, den Ball in den gegnerischen Korb zu bringen. Teamwork und ein gutes Zusammenspiel sind entscheidend, da sich die Spielsituation unter Wasser innerhalb weniger Sekunden verändern kann.
Während des Spiels können Wechselspieler:innen jederzeit „fliegend“ eingewechselt werden, was durchaus nötig ist, denn UWR gehört zu den anstrengendsten Sportarten überhaupt. Der schnelle Spielverlauf, ständiges Ab- und Auftauchen, verbunden mit kurzen Sprints und Atemanhalten, erfordern hohe köperliche Wendigkeit und ausgezeichnete Kondition.
Dreidimensional
Unterwasserrugby ist das einzige dreidimensionale Ballspiel der Welt. Im Gegensatz zu anderen Ballspielen kann sich nicht nur der Ball, sondern auch die Spieler:in nach oben, unten, vorne, hinten und zur Seite bewegen. Damit wird aus dem sonst üblichen Spielfeld ein „Spielraum“ und es entstehen ständig neue Spielsituationen und Angriffswege, die eine gute Orientierung, schnelle Reaktionen und taktisches Zusammenspiel erfordern.
Das Spielfeld
Gespielt wird in einem Schwimmbecken mit einem ausreichend tiefen Spielfeld. Das Spielfeld ist durch die Beckenwände und eine gedachte Mittellinie in zwei Hälften geteilt. An den beiden Stirnseiten befinden sich die Körbe mit der Öffnung nach oben auf dem Beckenboden.
Das Spielfeld ist zwischen 3,5 und 5 Metern tief. Dadurch kann das Spiel vollständig dreidimensional stattfinden und die Spieler:innen können den Ball über, unter und neben ihren Mitspieler:innen bewegen. Die genaue Spielfeldgröße richtet sich nach den internationalen CMAS-Regeln, in der Regel wird in Becken mit 12 bis 22 Meter Länge und 8 bis 12 Meter Breite gespielt.
Der Ball
Gespielt wird mit einem mit Salzwasser gefüllten runden Ball. Durch das Salzwasser ist der Ball schwerer als Wasser und sinkt auf den Beckenboden. Der etwa handballgroße Kunststoffball kann unter Wasser geworfen, gepasst und mit den Händen oder anderen Körperteilen kontrolliert werden. Ziel ist es, den Ball möglichst sicher bis zum gegnerischen Tor zu bringen.
Der Korb = Das Tor
An beiden Enden des Spielfeldes befindet sich ein Korb auf dem Beckenboden. Ein Punkt wird erzielt, wenn der Ball vollständig im gegnerischen Korb landet. Die Körbe können aus unterschiedlichen Richtungen angegriffen und verteidigt werden – auch dadurch spielt sich UWR deutlich anders als klassische Teamsportarten.
Schiedsrichter:innen
Eine Spielleiter:in am Beckenrand und zwei mit Presslufttauchgeräten ausgerüstete Unterwasserschiedsrichter:innen beobachten den Spielverlauf. Sie achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden und das Spiel sicher und fair bleibt.
Regelverstöße werden über eine Signalhupe angezeigt und können mit Freiwürfen, Strafstößen (einem direkten Duell zwischen Angreifer:in und Verteidiger:in) oder zeitlich begrenzten Spielausschlüssen geahndet werden.
Körperkontakt gehört zum Unterwasserrugby, ist aber klar geregelt: Spieler:innen dürfen eine gegnerische Spieler:in angreifen, wenn diese den Ball hat bzw. wenn sie selbst im Ballbesitz sind. Körperkontakt ohne Bezug zum Ball sowie beispielsweise Schläge, Tritte oder Würgen sind nicht erlaubt und können bestraft werden.
Die Unterwasserschiedsrichter:innen befinden sich während des Spiels mit Presslufttauchgeräten im Wasser und können dadurch das Geschehen aus nächster Nähe beobachten.
Was macht UWR besonders?
Unterwasserrugby verbindet Elemente aus Schwimmen, Apnoe und Teamsport. Gespielt wird schnell, taktisch und mit viel direktem Körperkontakt. Dabei kommt es nicht nur auf körperliche Fitness an: Orientierung unter Wasser, gutes Zusammenspiel und die Fähigkeit, in kurzer Zeit Entscheidungen zu treffen, sind ebenso wichtig.
- Teamwork: Nur durch gutes Zusammenspiel lassen sich Angriffe aufbauen und gegnerische Angriffe abwehren.
- Taktik: Da das Spiel dreidimensional stattfindet, müssen Spieler:innen Räume und Bewegungen in alle Richtungen im Blick behalten.
- Apnoe: Während des Spiels tauchen die Spieler:innen immer wieder ab und müssen für kurze Zeit die Luft anhalten.
- Schnelligkeit: Ballbesitz, Positionswechsel und Angriffe können sich innerhalb weniger Sekunden verändern.
- Körperkontakt: UWR ist ein körperbetonter Sport. Der direkte Kontakt zwischen den Spieler:innen gehört zum Spiel, ist aber durch die internationalen Regeln klar begrenzt und wird von den Unterwasserschiedrichter:innen überwacht.


UWR als Wettkampfsport
Unterwasserrugby wird auf nationaler und internationaler Ebene als Wettkampfsport betrieben. Für Wiener Teams sind neben der Österreichischen Meisterschaft (ÖM) auch internationale Bewerbe wie die Czech Open League und die Open League wichtige Möglichkeiten, sich mit Teams aus anderen Ländern zu messen. Seit 2010 bzw. 2013 nimmt das Herren- bzw. Damenteam des UWRC Wien am Champions Cup teil, einem der bedeutendsten internationalen Vereinsbewerbe im Unterwasserrugby. Dort treffen die besten Vereinsteams aus Europa und darüber hinaus aufeinander.
- Österreichische Meisterschaft: Der wichtigste nationale Bewerb, bei dem die österreichischen Teams um den Meistertitel kämpfen.
- Czech Open League: Internationale Liga, an der auch Wiener Teams regelmäßig teilnehmen und auf Teams aus mehreren europäischen Ländern treffen.
- Open League: Internationale Spielserie mit Teams aus verschiedenen europäischen Ländern.
- Champions Cup: Das internationale Spitzenturnier für Vereinsteams. Der UWRC Wien nimmt seit vielen Jahren sowohl mit einem Herren- als auch mit einem Damenteam teil.
- Europameisterschaften: Nationalteams aus Europa kämpfen um den kontinentalen Titel.
- Weltmeisterschaften: Die besten Nationalteams aus verschiedenen Kontinenten treten auf höchster internationaler Ebene gegeneinander an.
- Junior:innen-Wettbewerbe: Internationale Bewerbe bieten jungen Spieler:innen die Möglichkeit, früh Wettkampferfahrung auf internationaler Ebene zu sammeln.
Wie alles begann
Historisches
Unterwasserrugby entstand aus einer spielerischen Idee im Tauchtraining und entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer internationalen Wettkampfsportart. Auch Wien spielte dabei von Beginn an eine wichtige Rolle. Wer tiefer in die internationale Geschichte des UWR eintauchen möchte, findet auf der Seite der CMAS weitere spannende Fakten.
Aus den ersten Wiener Spielen der 1970er entwickelte sich Wien in den 1990ern zum österreichischen UWR-Leistungszentrum. Der UWRC Wien prägte über Jahrzehnte die österreichischen Meisterschaften und die Nationalteams. Seit den 2000er- und insbesondere den 2020er-Jahren hat sich die Wiener Szene jedoch weiterentwickelt: Neben dem Spitzensport entstand ein breiterer Ligabetrieb, internationale Kooperationen wurden wichtiger, Frauen und Mixed-Teams gewannen an Bedeutung und Wien etablierte sich zunehmend als Austragungsort für nationale und internationale Bewerbe.
